Die Bücherei ist ein ganz besonderer Lernort

Die Bücherei hat Shirzad Rasho schon in seiner Heimat Syrien immer gerne besucht, deshalb war er auch sofort interessiert, als ihm ein Bekannter von dem neuen Angebot der Bücherei an der Matthäikirche erzählte. Spezielle Medien für den Deutscherwerb und das freundliche, zuvorkommende Büchereiteam überzeugten ihn, sodass er nun regelmäßig die Bücherei und das Begegnungscafé besucht. Besonders die mehrsprachigen Medien begeistern ihn, vor allem dass es so viele arabische Bücher gebe, helfe ihm sehr.

Die ruhige Atmosphäre der Bücherei eigne sich sehr gut zum Lernen, erzählt er, eine Stunde in der Bücherei lernen sei genauso effektiv wie vier Stunden Zuhause. Wenn er Zeit hat, besucht er in Bonn auch die Stadtbibliothek und die Universitätsbibliothek. Der 43-Jährige hat gerade einen B2 Sprachkurs zu medizinischer Fachsprache in Köln absolviert, denn Shirzad Rasho hofft bald wieder arbeiten zu können, am liebsten in seinem Beruf als Gynäkologe. „Mein Traum ist es, wieder als Arzt in Deutschland zu arbeiten“, sagt er, „aber überhaupt Arbeit zu bekommen, ist wichtig.“

Die für das Projekt Sprachräume speziell eingerichteten Computerarbeitsplätze kannte er noch gar nicht und lässt sich gerne von der Büchereileitung Renate Bach die Laptops zeigen. Die werde er in Zukunft öfter nutzen, freut er sich. Bevor er im Begegnungscafé auf eine Plauderei vorbeischaut, leiht er sich in der Bücherei noch ein Buch aus: „Es ist eine sehr gute Idee, dass es hier so etwas gibt.“

Wir wünschen Shirzad Rasho für seinen Traum alles Gute und bedanken uns für das Gespräch.

Interview, Text und Foto:
Judith Schumacher