Ein intensiver Austausch

„Ich dachte, es ging nur mir so, aber es ist schön zu hören, dass wir alle ganz Ähnliches erlebt haben.“ So oder ähnlich können wir den gemeinsamen Tag im Haus Migrapolis am 25.04. in Bonn beim Austausch der Pilotbüchereien vielleicht zusammenfassen.

Es war ein schönes Wiedersehen der aktiven Ehrenamtlichen aus den fünf Pilotbüchereien, die nun schon seit fast zwei Jahren Lesepatinnen und Lesepaten ermutigen, Veranstaltungen planen und auf ihre ganz persönliche Weise Geflüchteten den Alltag in Deutschland erleichtern. Sie kamen erneut zusammen um Rückschau zu halten und Erfahrungen auszutauschen.

Was viele der ehrenamtlichen Büchereileiterinnen und Mitarbeiter als sehr positiv im Projekt erleben, sind die persönlichen Bindungen, die bei der Arbeit entstanden sind: „Besonders schön ist es, Beziehungen zu den geflüchteten aufzubauen. Dann werden Hausaufgaben bei uns gemacht und es wird gelernt. Es ist auch ein gutes Gefühl, wenn zwei Jugendliche kommen und sich einfach gemeinsam hinsetzen und Schach spielen.“

Die Ehrenamtlichen schilderten sehr schöne Momente und auch solche, bei denen sie nicht immer sofort weiterwussten, zum Beispiel, wenn Lesepatinnen und Lesepaten den Lernenden nicht alle Wünsche erfüllen können. In der Arbeit entstehen manchmal Schwierigkeiten, und es tat gut, sich mit anderen darüber auszutauschen.

Die Sprachlernbücher und die mehrsprachigen Kinderbücher, die im Projekt beschafft wurden, werden in den meisten Büchereien am meisten genutzt, auch wenn der erste Zugang zur Zielgruppe nicht immer einfach war.

Was insgesamt am Ende des Tages zusammenkam, war ein großer Erfahrungsschatz aus der Arbeit der Pilotbüchereien, der nun auch in einer Abschlussveranstaltung am 27. Juni in Bonn gemeinsam vorgestellt werden wird.

Text: Jörg Kruth
Foto: Judith Schumacher